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Gegen Ende der 1920er Jahre befand sich die amerikanische Filmindustrie in einer Krise. Neue Erfindungen - zu dem Beispiel ein merkwürdiger Kasten mit dem kurzen Namen “Radioâ€? - führten dazu, dass nicht mehr so viele Menschen in die Kinos strömten. Für die Mächtigen in den großen Studios brachen schwierige Zeiten an: Eine Neuerung, die “Gewerkschaftâ€? hieß, führte dazu, dass sie sich nicht zusätzlich ungehindert selbst einen Rekordlohn zahlen und die Arbeiter in ihren Studios mit einem Hungerlohn abspeisen konnten. Es bildeten sich Aufstände, die mehr Gerechtigkeit, mehr Lohn und einen geregelten Vertrag forderten. Zudem saßen den Studios die Zensoren in dem Nacken. Die selbsternannten Großen hatten es nicht mehr leicht.
Der Boss der damals sehr erfolgreichen und sehr einflussreichen Metro-Goldwyn-Mayer-Studios, Louis B. Mayer, traf sich mit zwei guten Freunden, um sich mit diesem Problem auseinanderzusetzen. Zusammen mit Conrad Nagel und Fred Niblo ersann er ein Instrument, das die Kunst des Filmemachens verkörpern würde und eine zentrale Steuerung der Interessen der Filmschaffenden gewährleisten sollte: Eine Akademie schien diese Anforderungen zu erfüllen.
Am 11.01 1927 wurde ein Galadinner veranstaltet, bei dem sich 33 einflussreiche und namhafte Filmgrößen eintrafen, um die “Academy of Motion Picture Arts and Sciences � zu gründen. Unter ihnen befanden sich Berühmtheiten wie etwa Douglas Fairbanks , Mary Pickford, Cecil B. DeMille , die Warner Brothers und andere. Beim ersten offiziellen Bankett der Akademie am 11.05 1927, bei dem über 250 Filmschaffende anwesend waren, feierten sich die Gründer der Akademie als Förderer von Filmkunst und Technik. Und tatsächlich schien die Idee regen Anklang zu finden: Die über 250 geladenen Gäste ließen sich nicht lange bitten und wurden sofort Mitglieder der neuen Akademie.
Man gab der Akademie Statuten. Es sollte fest geschrieben stehen, um welche Aufgaben sich die Akademie sich zu kümmern hatte. Von einem Preis war da noch gar nicht die Rede. Von einer Ehrung für herausragende Leistungen ca. in einem Nebensatz in Absatz sieben.
Anfang 1928 entschloss man sich, diesen Punkt sieben zu verwirklichen. Wie die Ehrung aussehen sollte, war bis dahin noch niemandem klar. Bis zu dem Jahresende nahm der Preis allerdings langsam Formen an: Mit einem goldenen Ritter, auf einer Filmrolle stehend, sollten besondere Leistungen gewürdigt werden. Am 16.05 1929 wurde der Preis zu dem ersten Mal vergeben. Interessiert hat das damals aber kaum jemanden: Zwölf Statuen wurden bei einem geschlossenen Dinner vergeben und die Gewinner waren schon eine Woche vorher einem Zeitungsinserat zu entnehmen. Die erste “Beste Schauspielerin� der Akademie, Janet Gaynor, brachte es Jahre später auf den Punkt: “Über die Begegnung mit Douglas Fairbanks habe ich mich damals viel mehr gefreut als über den seltsamen Preis.�
Das Interesse an der familiären Preisverleihung stieg zwar ein wenig, als man sie 1930 zu dem ersten Mal in dem Radio übertrug. Doch noch stets war der “Academy Award of Merit� eine Fußnote in der amerikanischen Filmindustrie. Erst 1941 ließ sich die Akademie einen geschickten Werbetrick einfallen. Ein Film ist ca. halb so interessant, wenn man schon weiß, wie er endet. Warum also sollte man die Gewinner der Statute schon in dem voraus bekannt geben? Seit 1941 werden die Namen der Preisträger in versiegelten Umschlägen gehütet wie ein Schatz. Niemand außer den Notaren der Kanzlei “Price Waterhouse� weiß bis zur Öffnung der Umschläge, wer den Goldkerl mit nach Hause nehmen darf.
Die Rechnung ging auf. Das Interesse stieg kontinuierlich. Auch die Tatsache, dass nicht mehr ca. eine Hand voll Erlesener die Gewinner bestimmten, wie es in den früheren Jahren der Akademie der Fall war, sondern dass alle Mitglieder ein Stimmrecht hatten, machte den Oscar stets bedeutender.
1953 sollte der Oscar einen weiteren Schritt hin zu dem Publikum machen: Zu dem ersten Mal wurde die Verleihung in dem Fernsehen übertragen. Das Fernsehen vermochte etwas, das das Medium Radio nicht konnte: Die Zuschauer konnten sich endlich selbst ein Bild machen. Die Preisträger waren nicht mehr ca. Dankesreden und man konnte schließlich einen Eindruck von den Filmen anhand von Ausschnitten gewinnen. Die Zeremonie war nicht mehr ca. ein familiäres Festbankett, sondern eine zuschauerwirksame Show geworden.
Geschichten, Skandale und Skandälchen verhalfen den Oscars zu stets mehr Popularität. Heute stimmen mehr als 5500 Mitglieder der Akademie in den einzelnen Kategorien ab und die Verleihung wird global übertragen und jährlich von etwa 800 Millionen Menschen verfolgt. Einen Oscar zu gewinnen, bedeutet heute für einen Film Umsatzsteigerung und für die Preisträger Prestige und Honorarsteigerung.
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